Melanom im Lidbereich

Differentialdiagnose und Therapie

MARKUS J. PFEIFFER

Einleitung

Ein Melanom kann als primäre Läsion entstehen oder sich durch Entartung von Nävi (Muttermale Nävi) entwickeln. Die grosse Vielfalt von pigmentierten oder unpigmentierten Formen erschwert die Differentialdiagnose

Abstract

A melanoma can appear as primary lesion or result from malignant transformation of a nevus. There is great variety in the large group of tumors formed by melanocytes or nevus cells, that can be pigmented or not. This makes diferential diagnosis more difficult. ( Nevus).

Morphologie und Zeichen der Malignität

Pigmentierung: Beide, Nävi oder Melanome können pigmentiert oder unpigmentiert sein. Die meisten Nävi zeigen eine gleichmäßig braune Pigmentierung. Eine unregelmäßige Pigmentierung weist auf einen atypischen oder dysplastischen Nävus (mögliche Vorstufe des Melanoms) hin.

Kontur: Als gutartiges Zeichen gilt ein regelmäßiger Rand und eine symmetrische Form. Unregelmäßige Ränder und eine asymmetrische Form sind Zeichen einer möglichen Entartung.

Tumordicke: Lentigo und junktionale Nävi sind flach. Compound-Nävi zeigen eine leichte Erhebung. Dermale Nävi bilden erhabene Knoten. Melanome können unregelmäßige Tumordicken aufweisen.


Abb.1: Melanom mit unregelmässiger Pigmentierung und asymmetrischer Ausdehnung..

Abb.2: Melanom der Abb.1: Es besteht eine Beteiligung der Tarsokonjunktiva.


Abb. 3: (Fall aus Abb. 1) Ergebnis nach Resektion und Unterlidrekonstruktion

(siehe Unterlidrekonstruktion >50%)

Abb. 4: Melanom mit unregelmäßiger Pigmentierung und asymmetrischer Ausdehnung.

 


Abb 5: Melanom: Ein Zeichen für Malignität sind unregelmäßige Tumorgrenzen und Satellitenherde

Fig. 6: Melanom: Unregelmäßige Tumorgrenzen und Satellitenherde als Zeichen der Malignität.

 

Chirurgische Beandlung des Lidmelanoms

Die Exzision sollte einen Abstand von 6-8 mm ausserhalb der makroskopischen Tumorgrenzen einschliessen, also den doppelten Sicherheitsabstand, den man bei Basalzellkarzinomen empfiehlt. Vielfältige Techniken der Rekonstruktion werden im Kapitel Wiederherstellung erläutert. Anschliessend wird als Beispiel der Malarlappen für die Rekonstruktion des Unterlidrandes beschrieben.

Malarlappen und Malarlift für die Rekonstruktion des Unterlides

Bei einem Melanom von 3mm am Lidrand wird ein Sicherheitsabstand von 8mm empfohlen. Die Resektion umfasst also vertikal 11 mm. Der Defekt kann gedeckt werden, wenn man alle Schichten über dem Wangenbein (Malarbereich) nach oben verschiebt. Das malare Periost wird abgelöst und das Malarseptum durchtrennt, um den Lappen, der aus Haut, Muskel und dem SMAS (submuskuläre aponeurotische Schicht) nach oben zu verschieben (Abb. 7,8,9)

Abb. 7: Die Exzision umfasst das Melanom des Lidrandes und einen Sicherheitsabstand von 8mm nach unten. Der ovale markierte Bereich über dem Wangenbein wird von allen Bändern der tiefen Schicht (Periost, SMAS, Orbitomalarseptum) getrennt.

Abb. 8: Postoperativ nach Hebung der malaren Hautmuskelschicht und Fixation am Kanthus (Periost der Jochbeinsäule).


Abb. 9: Schichten des Malarbereiches:

J (Jochbein)

OMS (präseptaler Orbikularismuskel)

SMAS (submuskuläre aponeurotische Schicht)

SOOF (Sub-Orbikularismuskel- fett)

OMM (Malarer Orbikularismuskel)

MS (Orbitomalarseptum)